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Reparturgeschichten
Ja, ihr lest richtig. Es handelt sich hier um Geschichten, nicht um Anleitungen. Jeder der an seinem Auto herumschraubt, haftet selbst für die Folgen! Ich gebe euch einen guten Rat: Lasst die Finger von eurer Karre und lasst es in einer Fachwerkstatt machen.

Zum Geleit:
„Das ist doch ein altes Auto! Da kann man doch alles noch selbst dran machen.“
Ein beliebter Satz, den ich immer wieder höre. Mittlerweile reagiere ich dermaßen allergisch auf diesen Satz, dass ich mir für diese Art der Dummschwätzer gerne einen Augenblick Zeit nehme. Man verfahre als einigermaßen guter Hobby-Schrauber mit diesen Menschen wie folgt.
1. Man öffne die Motorhaube.
2. Man suche sich in Gedanken ein beliebiges Anbaugerät aus, beispielsweise die Hydraulikpumpe.
3. Man sage dem Schrauberexperten folgendes: „So... dann zeig mir doch mal die Hydraulikpumpe. Welche Schlüsselweiten benötigt man um sie zu demontieren?“
Schafft der Aspirant die Frage auf Anhieb richtig zu beantworten: Fange ein freundliches Fachgespräch mit ihm an (seltener Fall). Schafft der Aspirant es nicht, geht das Gespräch meist wie folgt weiter:
„Ich meinte ja auch, dass da noch nicht so viel Elektronik drin ist.“
Auch die Zeit für Folgende Maßnahme sollte dann noch drin sein:
1. Man öffne den Kofferaum.
2. Man ziehe die Reparaturanleitung „Mercedes-Diesel (ab 1976)“ aus dem Bucheli Verlag heraus.
3. Man schlage Seite 143 des Buches auf und Frage den Elektronikexperten folgendes: „Zeige mir auf diesem Schaltplan die Bremsenwarnleuchte und erkläre mir wann diese an bzw. aus geht.“
(Anmerkung: Diese Frage hat mich selbst schon mal einen halben Tag gekostet.)
Für den Otto-Normal-Dummschwätzer, ist es trotz der Legende auf der anderen Seite des Schaltplans meist schon ein Ding der Unmöglichkeit nur das richtige Bauteil auf dem Plan zu finden. Hat der Elektronikexperte erst einmal einen Augenblick gebrütet, kann man ihn ja mal fragen, wie viel Elektronik, denn schlussendlich zu viel Elektronik ist?
Normalerweise folgen dann wilde Ausreden-Eskarparden. „Ja wenn so ein Steuergerät erstmal kaputt ist... usw. usw.“. An der Stelle ist es Zeit die Unterhaltung abzubrechen. Ich rate den Leuten dann sich doch auch einfach ein altes Auto zu kaufen und alles selbst zu machen. Dafür habe man natürlich nicht die Zeit...

Der Knackpunkt liegt wo anders: Der Otto-Normalverbraucher hat keine Lust es selbst zu machen. Und das ist Absolut in Ordnung! Es wäre für alle Beteiligten leichter, wenn die vermeintlichen Oldtimerexperten einfach von Anfang an zugeben würden, dass sie bei einer 50 Stunden Woche dazu niemals kämen, in ihrer Doppelhaushälfte dazu auch nicht die Möglichkeit haben und ihnen die erforderliche Erfahrung fehlt. Wo ist das Problem? Ich kann ja auch kein Fussball spielen, interessiere mich nicht dafür und würde auch niemals behaupten, dass ich den einen oder anderen Ball eines Profi-Spielers dann doch versenkt hätte!
In diesem Sinne: Viel Spaß beim lesen - ob mit Sachkenntnis oder ohne!
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